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Im Laufe der Zeit haben sich mehrere regionale und überregionale Zeitungen und Magazine mit Fritz Wiebel & Partner und deren Dienstleistungen beschäftigt.

Das untenstehende Beispiel ist ein Artikel, der im Wirtschaftsteil des Darmstädter Echos veröffentlicht wurde.

Unternehmen im Gespräch

Erfolg ist trainierbar, verspricht die Odenwälder Beratungsfirma Fritz Wiebel & Partner

Ein großer Garten mit Zelt und Tischtennisplatte, dahinter Wiesen samt Kühen und Wald: der Blick aus dem Seminarraum lässt vergessen, dass Schmal-Beerbach im Rhein-Main-Gebiet und somit nicht allzu weit entfernt von vier Autobahnauffahrten liegt. Der Ortsteil der Verbandsgemeinde Lautertal indes strahlt eben jene Ruhe und Abgeschiedenheit aus, die auf Großstadtmenschen mit vollen Terminkalendern eine nachgerade magische Anziehungskraft ausüben.

Und in der Tat: es sind nicht wenige Manager bedeutender deutscher Firmen, die den Weg zu dem Odenwald das ein oder auch mehrere Male gefunden haben. Nicht um Urlaub zu machen freilich. Sie alle kommen zu Fritz Wiebel. „Der Weg zum Erfolg ist mit Binsenweisheiten gepflastert", sagt der 53-Jährige. Hauptziel des 1983 gegründeten Beratungsunternehmens Fritz Wiebel & Partner sei es schlicht und einfach, Kunden dazu zu bringen, ihre Arbeit besser zu machen. Manchmal helfen dabei simple Merksätze, manchmal überraschende Denkanstöße, die zum Verlassen ausgetretener Pfade ermuntern. Wenn ein Manager sagt, "das haben wir schon immer so gemacht, das geht doch nicht anders, weiß der gebürtige Klingenberger, dass dem Menschen geholfen werden muss. Allein der Autobauer BMW vertraut pro Jahr mehr als 500 Beschäftigte den Wiebelschen Trainern an. Der Schwerpunkt liegt beim Projektmanagement.

Vor allem die mittlere Führungsebene lernt dann, Ziele zu definieren und in dem vorgegebenen Zeit- und Kostenrahmen zu erreichen. Diese Kunst ist auch in Starkenburg gefragt, wo Wiebel die Heag, die Software AG (beide Darmstadt), Sirona in Bensheim oder Ciba Spezialitätenchemie in Lampenheim zu seiner Klientel zählt. Auch andere Beratungsfirmen aus der Region fordern regelmäßig Unterstützung aus dem Odenwald an, weil ihnen die Manpower für ihre eigenen Seminarangebote fehlt. Anfragen kommen aber nicht nur aus der Wirtschaft.

Auch zum Wahlerfolg zweier Bürgermeister aus Südhessen habe sein Unternehmen einen guten Teil beigesteuert, fügt der studierte Mathematiker schmunzelnd hinzu. Projektmanagement ist der Renner im Themenkatalog. Andere Kurse, in aller Regel für acht bis zehn Teilnehmer konzipiert, widmen sich dem Motivationstraining, Controlling, der Konfliktsteuerung, Rhetorik oder der Mitarbeiterführung. Die EDV Fachberatung schließlich - vom Word-Kurs über SAP/R3-Schulung bis hin zur Netzwerkbetreuung -steuert rund zwanzig Prozent zum Firmenumsatz bei.

Die Liste der Angebote wird dabei von Jahr zu Jahr länger, kommen doch viele Anregungen von den Teilnehmern selbst, sich künftig bitteschön diesem oder jenem Thema anzunehmen. Auch qualifizierte Mitarbeiter müssen Wiebel und seine Ehefrau Anni (52 Jahre, Chefin der Verwaltung) nicht mit der Lupe suchen.

Die Arbeitsämter in Wiesbaden und Mainz, die rund ein Drittel zu den Firmenerlösen beitragen, schicken Frauen und Männer zur Aus- und Weiterbildung in die Wiebel-Niederlassung Wiesbaden, die mit 700 Quadratmetern Bürofläche deutlich größer ist als die Lautertaler Zentrale. Für manche Teilnehmer wurde der 53-Jährige neuer Arbeitgeber. Im Schnitt haben die Seminarleiter zwölf Jahre Praxiserfahrung, sagt Wiebel, der mitunter selbst noch als Trainer fungiert.

Mobbing am Arbeits platz, schlechte Mitarbeiterführung, Defizite in der Organisation einer Abteilung oder einer ganzen Firma sind ihm nicht fremd. In den siebziger Jahre war Wiebel Mitgründer des Softwarehauses Polydata in Wiesbaden, das es immerhin auf hundert Mitarbeiter brachte, mittlerweile aber vom Markt verschwunden ist. „Es gab immer einen, der die Arbeit besser machte als ich", merkt er selbst kritisch an. Diese Erkenntnis war wohl ausschlaggebend da für, anderen beim Bekämpfen von Defiziten zur Seite zu stehen. Nicht für die Schule, sondern fürs Leben lernen wir. Kein Schüler oder Student entgeht dieser Aufklärung durch die Pädagogen. Meist, um das Pauken staubtrockener Inhalte zu rechtfertigen. Vielen seiner Kunden sei dann nach knapp zwanzig Jahren des Lernens gemein, „dass sie zwar gebildet sind, vom echten Leben aber kaum eine Ahnung haben". Für rund tausend bis dreitausend Mark pro Trainer-Tag konfrontiert Wiebel die zumeist Hockqualifizierten dann mit der Realität.

Unterm Strich setzte die Firma im vergangenen Jahr knapp vier Millionen Mark um und schrieb schwarze Zahlen, wobei noch Verlustvorträge aus dem Jahr 1997 die Steuerlast drücken. Und wenn jetzt der Konjunkturmotor hierzulande anspringt und die Betriebe mehr Geld für Weiterbildung in der Kasse haben, ist das für Wiebel & Co sicher von Vorteil wobei Expansion nicht das übergeordnete Ziel ist, wird mit Nachdruck versichert.
Darin unterscheidet sich das Schmal-Beerbacher Unternehmen wohl von den meisten anderen. Wiebel, nach eigenen Worten kein Freund von Aktien und erst recht nicht von Shareholder-Value-Mentalität, kann auch „Arbeit liegen sehen".

Terminhetze um der schnöden Gewinnmaximierung willen sind seine Sache nicht. Es wäre wohl eher ein Zeichen für mangelhafte Organisation auf Kosten der Kunden. Seine fünfzehn festen und vierzig freien Mitarbeiter arbeiten deswegen auch nicht mehr als 14 Tage im Monat - dann nämlich sei der Akku leer und der Trainer ruhebedürftig. Denn nur wer selbst brennt, kann andere entflammen, zitiert Wiebel den Kirchenlehrer Augustinus.

Hanno Hitz